Abholung in der Autostadt – Tag 1/2

Dann will ich mal “kurz” von unserer Abholung am 20.02.2011/21.02.2011 berichten.

Indirekt los ging es bereits am 19.02., denn der Mietwagen wollte von AVIS abgeholt werden (Den Stress mit der Bahn haben wir uns erspart). Für 60,01 Euro gab es ein Fahrzeug der Golf-Klasse mit unbegrenzten Kilometern und Wintertauglicher Bereifung für 24 Stunden. Bekommen haben wir eine Toyota Verso mit Ganzjahresrreifen, ‘ner hackeligen Schaltung und ungenügenden Klimaanlage.

OK, kurz den Meckermode anwerfen: Mit den mittig angeordneten Armaturen wie Drehzahlmesser, Tachometer, Tankanzeige etc. kann man sich ja evtl. noch anfreunden, aber die Schaltung ist selbst in unserem Chevrolet/Daewoo Kalos besser gewesen und hat vermutlich nicht mal die Hälfte gekostet. Die Gänge dicht beeinander ohne dass man sie unterscheiden kann, der Rückwärtsgang sowie der 6. Gang tlw. nur mit Gewalt oder im richtigen Augenblick einzulegen. Dazu kommt diese absolut bescheidene Klimaanlage, an der wir die kompletten 311km nur am regeln waren, weil die einfach nicht in der Lage war, die Temperatur zu halten – aber nun zurück zum Thema …

Der Wecker klingelte um 05:30 Uhr an diesem Sonntag Morgen, weil wir um 6 Uhr losfahren wollten. Frühstück, Stau, Schnee, alles war eingeplant und wir wollten um 10 Uhr einchecken. Los ging es dann “pünktlich” um 6:20 … kurzes Frühstück beim güldenen M eingeschoben und ziemlich genau um 10 Uhr ganz entspannt in Wofsburg eingetrudelt.

Von der Berliner Brücke zur Autostadt führt dann eine Art Nebenstraße (schon fast ein Schleichweg), ob wir noch richtig sind? Ah, ein Schild, Ritz-Carlton links abbiegen, an der Schranke die erste Begrüßung, dann ging es weiter direkt vor’s Hotel an dem uns eine Mitarbeiterin den Mietwagen abgenommen und entsorgt hat.
Das Einchecken ging flott, nur das Zimmer war so früh noch nicht frei, aber man informierte uns später per Mobiltelefon. Als nächstes mussten wir die Nummernschilder loswerden. Dazu führte man uns in einen kleinen Raum direkt im Hotel, dort trafen wir das erste mal auf einen “besonders freundlichen” Mitarbeiter, der uns mit den Worten: “Guten Tag, setzen Sie sich doch” begrüßte – und erstmal eine weitere Minute wortlos aus dem Fenster schaute. Egal, er hat unsere Umweltplakette noch mit viel Sorgfalt, aber trotzdem völlig hässlich bemalt und unseren Abholtermin von 10:30 auf 11:30 verlegt, damit wir bis zur Werktour um 13 Uhr nicht soviel Wartezeit haben. Zum Schluss bekamen wir einen Übersichtsplan, in den er hineingeschrieben hat, wann wir wo zu sein haben.

Los ging es um 11 Uhr mit der 2-stündigen Führung durch die Autostadt. Da scheiden sich ja die Geister, viele schreiben sie ist überflüssig, andere finden sie gut – ich tendiere zu letzterem, man sollte die Tour aber als erstes machen und auch nur dann, wenn man noch nie in der Autostadt war.
Man erhält einen guten Überblick darüber, was man wo findet und ein paar Erklärungen zu Architekten, Geschichte usw., die mich nicht interessierten, aber da kann man ja weghören. Apropos weghören, an unsere französische Führerin haben wir uns auch nach den 2 Stunden nicht richtig gewöhnt, das war schon ziemlich anstrengend. Vom Hauptgebäude ging es ins Zeithaus (dort haben wir den Großteil der Tour verbracht), in ein paar Pavillons (der Audi Werbefilm war allerdings wirklich überflüssig) und zum Schluss in die Abholerwelt.
Nun wussten wir, dass uns nichts interessiert außer dem Zeithaus, aber inzwischen war es nach 13 Uhr, also erstmal das Zimmer anschauen, bevor es um 15 Uhr mit dem Sicherheitstraining weitergeht.

Einigermaßen geräumig, mit Blick auf das Hauptgebäude der Autostadt und das Zeithaus. Es gab ein sehr breites Bett, einen extra Sessel mit Fußablage und einen Schreibtisch. Das Bad hatte ein großes Waschbecken und eine Badewann, davon abgetrennt die Dusche und das WC. Für die Fußbodenheizung waren wir allerdings zu doof. Die Betten sind sehr weich, das sollten wir am nächsten Tag noch zu spüren bekommen. Die Luft war alles andere als gut, trotz Minusgraden haben wir erstmal ordentlich gelüftet. Ein kurzer Blick auf die Uhr mahnte uns dann, langsam das Hotel zu verlassen, wir mussten unseren Tagesplan ja einhalten.

Wo kann man mittags um 14 Uhr schnell etwas essen ohne gleich Arm zu werden bzw. zu lange zu warten? Die Laguna Foodhall im Haupthaus sah danach aus – das dachten sich viele andere Menschen wohl auch, am Eingang wurden wir gewarnt, dass wir uns erst einen Tisch suchen sollten, bevor wir etwas zu Essen holen, denn es war wirklich voll. Wir haben dann die Pasta des Tages (Spaghetti mit Lachs und Blattspinat) sowie die Tagessuppe (Steckrübensuppe) gegessen. Zusammen mit zwei Gläsern ColaLight waren das dann knapp unter 20 Euro … ganz schön viel für ein “Restaurant” mit Selbstbedienung. Das Essen war in Ordnung, aber nichts herausragendes … und ganz im Ernst auf dieses BIO BIOOO BIIIIOOOOOOOOOOOOOO Gesülze geb ich nichts, ich möchte einfach nur etwas Essen.

Überpünktlich, nämlich 20 Minuten zu früh waren wir dann am Treffpunkt für das Sicherheitstraining. Eine ganz schlechte Idee bei -6°C, denn der Treffpunkt ist mitten auf dem Parkplatz vor dem Haupteingang, dazu etwas Wind, aber immerhin schien die Sonne.
Kurz nach 15 Uhr hielt dann ein VW Bus und hat uns eingesammelt – wir waren die Einzigen, die am Training teilnehmen sollten. Nach 10 Minuten Theorie zu ABS, ESP und ASR ging es dann raus auf den Übungsplatz. Nun rächten sich zwei Dinge: 1. Wir waren allein auf dem Platz, d.h. meine Frau konnte 45 Minuten Bremsen üben, Kurve auf glattem Untergrund fahren und das ESP im Kreis testen – 2. wir haben kurz vorher gegessen. Es ist nicht so, dass man sich gleihc übergeben muss, aber der Magen wird schon ein wenig bewegt.

Kurz nach 16 Uhr wurden wir wieder zurückgefahren und wir machten uns über die Brücke auf den Weg zum Geländeparcours, der für 16:30 gebucht war. Dann ging es in den Touareg, Paolo (unser Instructor) auf den Fahrersitz, mein Frau daneben, ich nach hinten. Eine Einführungsrunde, danach haben die beiden vorne getauscht und es ging nochmal im Kreis – nicht ganz so schnell, aber beinahe perfekt. Die Baumstämme zum Schluss haben doch für etwas Unruhe im rechten Fuß gesorgt. Der Touareg ist ganz nett, 240 Diesel-PS, Getriebeuntersetzung, 4 Kameras, die eine Art Draufsicht erlauben und natürlich die obligatorischen Sperren und schon flutscht das.

Endlich auf’s Zimmer und kurz ausruhen.

Um 19:30 haben wir uns dann auf den Weg zum Italiener gemacht, nachdem ich keine Lust hatte im Ritz-Carlton für ein Rinderfilet 34 Euro zu bezahlen. Die Speisekarte ist klein, die Pizza liegt bei 7-11 Euro, je nach Belag und Größe. Dazu gab es Bier und ColaLight, hinterher noch ein Eis, ein Stück Kuchen und einen Kaffee – Moment, wir haben ja noch unser Autostadt-Guthaben von 30 Euro. Perfekt, wir mussten 40 Cent drauflegen und für ein Trinkgeld hatte ich noch ein 2-Euro Stück aufgetrieben – viele Grüße an die Herrschaften links und rechts von uns: Man darf auch Trinkgeld geben, wenn das Essen mit Guthaben bezahlt wird. Geschmacklich war das alles ziemlich gut, preislich ebenso.

Viel zu schnell ging der erste Tag rum.

Halt, stimmt ja gar nicht. Nun ging es ins Zimmer, Badesachen hervorgekramt und mit dem Bademantel bekleidet in den Keller gefahren. Von dort waren es wenige Schritte bis in den Außenbereich (-3°C) und nun noch 25m bis zum Pool. Bis dahin war alles ok – da merkt man erst, was so ein Bademantel ausmacht, aber der Moment ohne Bademantel, bis man im Wasser ist, war schon sehr unschön.
Nach ein paar Bahnen steht man vor zwei Problemen: 1. Man möchte nicht mehr aus dem 30°C warmen Wasser raus und 2. Gefriert einem der Skalp, wenn man den Kopf unter Wasser hatte.
Irgendwie haben wir uns überwunden und sind bibbernd vor kälte zum Aufzug gelaufen. Schnell unter die warme Dusche und der Tag war gelaufen.

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